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Kurze Geschichte Augsburgs in Daten:

0015 v. Chr., 28. September: Gegründet von den römischen Feldherren Drusus und Tiberius, die an Stelle germanischer Siedlung, ein Militärlager errichten, das sich schon bald zur Stadt entwickelt, die zu Ehren des Kaisers Augustus "Augusta Vindelicum" (Vindo=Wertach, Licus=Lech) genannt wird; die an dieser Stelle gelegene vorhistorische Stadt soll den Namen Cisaria (nach einer Göttin) getragen haben
0080 n. Chr. Die erste Straße, die Via Claudia Augusta, deren Bau unter Kaiser Claudius (41-54) begann (46/47), wird fertiggestellt: Sie verband Augsburg mit Venedig
0098 Tacitus nennt die Stadt in seiner "Germania" splendidissima Raetiae provinciae colonia"
0122 Kaiser Älius Hadrianus (117-130) verleiht der Stadt das römische Stadtrecht, seine Schwägerin Medicia siedelt sich hier an; Augsburg wird Hadrian zu Ehren auch Aelia Augusta genannt
0150 (ca.) Der griechische Geograf Ptolemäos führt sie als Αυγούστα Ουινδελικών an
0260 Sieg der Römer gegen die Juthungen
0271 Nach wiederholten Vorstoßen der Alamannen und anderer Stämme Belagerung der Stadt und Entsetzung durch Kaiser Aurelian
0294 Teilung der römischen Provinz Raetia in Raetia Prima (Hauptstadt Chur) und Raetia Secunda (Hauptstadt Augsburg), der Dux (Militärbefehlshaber) für beide Bezirke bleibt offenbar in Augsburg
0304 Die Prostituierte Afra, von Bischof Narcissus zum christlichen Glauben bekehrt, wird auf einer Lechinsel verbrannt – ihr zu Ehren entsteht ca. 565 ein christlicher Märtyrer-Kult
0352/53 sowie 365 und 370 Einfälle der Alamannen und 383/4 mit den Juthungen
0356/57 Einfälle der Sueben und Juthungen
0400 Letztes römisches Zeugnis von Augsburg im römischen Staatshandbuch
0430 (ca.) Der "letzte Römer" Aetius, Statthalter in Augsburg, kann ein letztes Mal den Alamannen standhalten
0450 (ca.) Die Alamannen erobern Augsburg
0506 Unter Ostgotenherrschaft (König Theoderich)
0536/7 (nach anderen Angaben 558) Die Franken übernehmen die Herrschaft
0561 Teilung des Frankenreiches, Augsburg wieder alamannisch
0630 Pactus Alamannorum, alamannisches Volksrecht, weist dem Christentum seinen gesellschaftlichen Platz zu
0730 Lex Alamannorum unter Herzog Lantfried: Überarbeitung des Stammesrechtes unter Berücksichtigung der Satzungen der Frankenkönige
0738 Bischof Wikterp (auch Wicpert und Uiggo genannt, gest. 772?), erster verbriefter Bischof von Augsburg
0742 Schlacht am Lech eines alamannisch-baierischen Heeres gegen die Frankenherrschaft endet mit völligem Siege der Franken
0743 Erstmalige Erwähnung des Lechs auf alamannisch (Likos keltisch und Licus lateinisch)
0807 erster gesicherter Kirchenbau (Vorläufer des Doms, geweiht am St. Michaelistag 29. September – auf die Weihe geht die Tradition des Turamicheles zurück) und einer Kirche über dem Grab der Hl. Afra (Vorläufer von St .Ulrich & Afra) unter Bischof Simpert (auch: Sintpert, Bischof von 778-807)
0832 Erstmalige deutschsprachige Erwähnung des Stadtnamens als Augustburg super Lech in den westfränkischen Klosterbüchern von St. Bertin in St. Omer
0874 Bischof Witgar beurkundet Augsburg als Augusburc
0913 Einnahme Augsburgs durch die Ungarn, 916 Rückeroberung durch die Alamannen unter Marktgraf Burchard
0955 Schlacht auf dem Lechfeld, der Augsburger Bischof Ulrich (geb. 890, Bischof von 923-973) zieht an der Seite Kaiser Ottos mit ins Feld und die Ungarn werden zurückgeschlagen
0969 Damenstiftsgründung St. Stephan
0989 Perlachturm (1615 von Elias Holl noch um 7,5 m erhöht und zu einem Ensemble mit dem Rathaus gefügt)
0993 Bischof Ulrich wird heiliggesprochen, schon bald überlagert der Kult um den Hl. Ulrich den Kult um die Hl. Afra
0994 Baubeginn des neuen Domes (romanisch)

1000 Erste Wasserableitung vom Lech (Hochablaß)
1019 Bau einer weiteren Kirche zwischen Dom und St. Afra, St. Mauritius (Vorläuferkirche von St. Moritz)
1026 Graf Welf II. von Altdorf-Weingarten raubt die bischöfliche Schatzkammer aus, Archiv und Bibliothek gehen großenteils verloren
1030 Bischof erlangt Marktrecht für Kaufleute (ihre Zulassung an der Bischofsresidenz gegen Marktzoll)
1033 Kaiserliche Urkunde erwähnt das Stift St. Afra, das 1012 nach den Ungarnstürmen wieder wiederhergestellt worden ist
1040 Der Reichstag unter Kaiser Heinrich in Augsburg stellt die Stadt unter besonderen kaiserlichen Schutz (gegen die Bischöfe gerichtet)
1047 Feldzug des Kaisers von Augsburg aus gegen Rom, um ein dortiges Schisma zu unterbinden
1051 Das St. Gallus-Kirchlein (in der Nähe einer frühchristlichen Basilika) wird vom deutschen Papst Leo IX. eingeweiht
1061 Bestätigung des (bischöflichen) Münzrechts (von Kaiser Otto seinerzeit dem Bischof Ulrich eingeräumt)
1064 bis 1071 Neubau von St. Ulrich und Afra
1065 Einweihung des neuen, vergrößerten Doms nach langer Bauzeit (die Türme werden erst später vollendet)
1104 Stadtrecht: Im wesentlichen übt der Bischof mithilfe seines Burggrafen die Gewalt aus, die Bürgerschaft muß ihre Pflichten dem Kaiser gegenüber erfüllen. Dieses Zusammenspiel von Kaiser und Stadt wird als "städtische Reichsunmittelbarkeit" bezeichnet
1132 Bürgeraufstand gegen König Lothar, Zerstörung der Stadt
1143 Stadtrat erläßt Reinheitsgebot für Bier (nur Wasser, Malz, Hopfen)
1156 Erstes Augsburger Stadtrecht durch Kaiser Friedrich I., im wesentlichen Bestätigung des Rechts von 1104, Abgrenzung der Befugnisse
1158 Legaten des Papstes verhindern, nach Augsburg geschickt, einen erneuten Zug Barbarossas nach Rom, indem sie die Oberhoheit des deutschen Kaisers über Rom und Italien bestätigen; "Augsburger Schiedsspruch" bezüglich der Isarbrücke bei Föhring – Ursprung Münchens
1183 Einweihung der neuen St. Ulrichkirche mit Kloster, größer als die alte niedergebrannte
1214 Großfeuer zerstört ca. 200 Häuser; 1220 Pest
1221 Ursprung der Barfüßerkirche (zur Lebzeit des Franz von Assisi), nach Zerstörung 1407/11 wiedererbaut: 1524 findet hier die erste evangelische Predigt statt
1235 Ein Stadtsiegel existiert (seit ?)
1237 Erste Feststellung des Augsburger Stadtwappens. Sie zeigt ein zweitürmiges Stadttor mit Zinnenmauer und darüber einen Stern. Im Torbogen steht ein Lebensbaum, ab 1260 eine Traube auf Fuß, dazu der Name „Augster“ anspielt (eine nach der Stadt benannte Traubensorte), -> 1467 geändert; Stadtfahne: rot-grün-weiß gestreift (die Augsburger Reitertruppen tragen diese Uniformfarben)
1239 Gründung des Katharinenklosters
, 1251 aus dem Gries in die Katharinengasse verlegt
1241 Beginn der Ausnahmestellung der Juden, eigene Wohngegend (Judengasse, heute.: Karlstraße), eigenes Badhaus, besonderer Gerichtsstand, gelbe Ringe auf Kleidern, Vorenthaltung des Bank- und Wechselgeschäfts, welches Privileg des bischöflichen Münzmeisters ist
1251 Bürgeraufstand gegen Bischof Hartmann, Bischof muß kapitulieren und im Friedensvertrag die Gewährung von Bürgerfreiheiten zugestehen (Friedensschluß erfolgt auf dem Thingplatz)
1258 Gründung des Klosters Maria Stern
1260 Erstmalige Erwähnung des Rathauses
1265 Gründung des franziskanischen Barfüßerklosters (dieses Männerkloster war durch einen unterirdischen Gang mit dem Nonnenkloster Maria Stern verbunden, wie auch die beiden Dominikanerklöster – vor einigen Jahren entdeckte man einen in der Antonspfründe einen zugemauerten Raum, in dem offenbar die unstatthaften Säuglinge dominikanischer Herkunft entsorgt wurden)
1276 Die Münze geht vom Bischof in städtische Hände über
1276 König Rudolf I. genehmigt die Niederschrift des Augsburger Stadtrechts (Freie Stadt Augsburg)
1283 Erlaß einer Bäckerordnung durch den Stadtrat (erste Qualitätsnormen für Lebensmittel 1156); auch für Metzger und Fischer gibt es klare Richtlinien
1321 Erstmalige Dokumentation von Folter
1321 bis 1347 Umwandlung des Domes im gotischen Stil, Erbauung von St. Anna (im 15. Jhd. nach Brand neu errichtet)
1324 Ratsmitglieder werden auf Unabhängigkeit verpflichtet
1339 Kampf zwischen "Kaiser und Papst": Der Bischof wird kurzzeitig aus der Stadt verjagt; daraufhin Abriegelung der Bischofsstadt gegen die Frauenvorstadt, Jakobervorstadt wird in die Stadtbefestigung einbezogen;
1340 Handwerkeraufruhr wird abgewendet durch Vereinbarung über die Stadtverfassung; große Wehr- und Dammbauten am Lech
1345 Bau des Jakobertores

1346 Gründung der "Goldenen Gans", älteste bis in die heutige Zeit existierende Brauerei Augsburgs, 1999? stillgelegt
1348 Beulenpest, Beschuldigung der Juden für das allgemeine Unglück: Übergriffe gegen sie und Ausrottung; Kaiser Karl IV. bestätigt die Rechte der Stadt
1358 Stadtrat trifft Anstrengungen seine Macht gegen den durch den Kaiser beschützten Bischof zu erhalten: Ausbau der städtischen Wehr
1368 Bewaffneter Handwerkeraufstand mit dem Ergebnis von Mitspracherechten im Rat der Staat und von Zunftverfassungen
1374 Kaiserliche Bestätigung der Stadtverfassung
1379 Augsburg schließt sich dem schwäbischen Städtebund an
1388 Truppen der Reichsstädte versammeln sich in Augsburg zu Verheerungszügen gegen Bayern
1390 Bau des Weberhauses, erstes Zunfthaus in Augsburg (Neubau 1517, 1605-07 von Matthias Kager -1575-1646 -bemalt mit Szenen aus der Lechfeldschlacht von 955; 1915 Neubau unter Beibehaltung der äußeren Form, Nebemlaung 1935/6 und wieder 1959/61)
1402 Die Pest fordert rund 4.600 Tote
1407 bis 1411 Bau der Barfüßerkirche
1409 Beginn der Ritterturniere auf dem Weinmarkt (als erster fällt der bayerische Edelmann Dietrich Hechsenacker tot vom Roß)
1415 Beginn der Pflasterung der Straßen und Gassen
1416 Beginn der Trinkwasserversorgung, Bau von Wassertürmen und -leitungen (Anschluß von Privathäusern ca. 100 Jahre später)
1432 Prinz Albrecht von Bayern entführt die hübsche Augsburgerin Agnes Bernauer (17) und traut sie, was seinen Vater Ernst so erzürnt (da nicht standesgemäß), daß er Agnes 1435 wegen Zauberei zum Tode verurteilen und in der Donau ertränken läßt
1434 Die Juden, die seit 1241 gelbe Stoffringe tragen und eine Sonderstellung innehaben, werden zunehmend diskriminiert, 1435 wird das Judengericht abgeschafft und 1439 werden sie aus der Stadt ausgewiesen
1436 Meutingsche Gesellschaft: Erstes Handelshaus etabliert sich rasch
1440 Verbot bei Fastnachtsumtrieben Waffen zu tragen
1446 Strenge Auflagen gegen die Spielsucht in den Gastwirtschaften
1454 Errichtung des Fünfgratturms
1463 Die Pest fordert rund 11.000 Todesopfer (etwa die Hälfte der Einwohnerschaft); die Fugger treten aus der Weber- zur Kaufleutezunft über
1464 Gründung Hasenbräu-Vorläufer (Gaststättenbrauerei "Zu den drey Glass")
1465 bis 1542 Hans Holbein der Ältere, Kunstmaler

1467 Änderung des Augsburger Stadtwappens, erstmalige Verwendung des Pyrs, der Zirbelnuß, einem aus der Römerzeit stammenden Symbol der alten römischen Stadt
1468 bis 1477 Günther Zainer übt als erster Druckermeister die Druckerkunst aus, erster Nutzer ist Kaiser Maximilian, der "Bürgermeister von Augsburg", der das Volk durch Flugblätter mit seiner Staatskunst agitiert
1470 Zweiter Buchdrucker ist Johann Schüßler, dessen Druckerei 1472 das Kloster St. Ulrich & Afra aufkauft
1473 Die 4 Gebrüder Welser gründen eine Handelsgesellschaft; Ulrich Fugger bekommt vom Kaiser Friedrich III. ein Wappen als Anerkennung für dessen Lieferung prunkvoller Ausstattung
1473/4 Kaiser Friedrich weilt zum Reichstag in Augsburg, kann die Reichsstädte jedoch nicht für den Krieg gegen die Türken gewinnen und kann überdies seinen Aufwand für den Aufenthalt nicht bezahlen, so daß er samt Troß zunächst festgehalten und mit Kot beworfen wird – erst nach Aufnahme eines Darlehens der Kölner bei Augsburg und anderen Städten wird er entlassen
1475 Erbauung der Ulrichskirche (gotisch, umgebaut 1710)
1478 Niederlage der Zünfte: Der Kaiser macht der "Zunftdiktatur" ein Ende – die Bahn ist frei für das Kaufmannskapital
1480 Die Fugger werden nach und nach Bergwerksbesitzer, vor allem in den österreichischen Landen, 1488 in Tirol (Silberbergwerk)

1486 Der Augsburger Rat bezeichnet die Fuggerfirma erstmals als Bank
1487 Fugger verlegt sich hauptsächlich auf Wechsel- und Bergwerkgeschäfte
1488 Augsburg tritt dem Schwäbischen Bund bei; Augusta Bräu gegründet
1491 Beginn der Großanleihen für Kaiser Maximilian aus dem Handelshause Fugger
1497 Geburt Hans Holbeins des Jüngeren, Kunstmaler, verläßt 1526 Augsburg und stirbt in großer Armut (1543)

1498 Erstmalige Erwähnung des Augsburger Christkindlesmarktes (weltältester)
1500 Fugger nun Bankiers der Päpste
1505 Fugger schickt eigene Schiffe nach Ostindien, verlegt seinen Schwerpunkt allerdings vom Handel auf die Bergwerksgeschäfte (Kupfer hauptsächlich) und die Wechselgeschäfte
1508 Copia der Newen Zeytung auß Presillg Land (=Brasilien) erscheint, mit Bericht von Vespucci über die Entdeckungsfahrt an Brasiliens Küste
1512 Augsburg zählt 22.000 Einwohner, Beginn des Baus der Fuggerhäuser (bis 1515) in der Maximilianstraße
1516 (bis 1521) Erbauung der ältesten Sozialsiedlung der Welt von Ulrich, Georg und Jakob Fugger, der Fuggerei – Jahresmiete seit damals gleichgeblieben (1 Gulden = 0,88 Euro); 64 Häuser, 147 Wohnungen
1518 Auf einem der im Laufe der Jahrhunderte zahlreichen Reichstage wird unter Kaiser Maximilian I. und dem päpstischen Legaten Cajetanus Martin Luther wegen seiner 95 Thesen verhört. Der will sie nicht widerrufen und macht sich heimlich von dannen.
1519 Die Wahl Kaiser Karls V. wird von den Fuggern mit 543.585 Gulden und von den Welsern mit 143.333 Gulden finanziert.

1521 Das Münzrecht geht aus der Hand des Bischofs durch Karl V. an die Stadt Augsburg über.
1522 Karl V. konzessioniert die Errichtung einer Faktorei in Santo Domingo (heute: Dominikanische Republik) durch die Welser (Rohrzuckerhandel, ab 1528 Kupferbergbau – dafür Einfuhr von 4000 Negersklaven), 1.Niederlassung eines deutschen Handelshauses in Amerika (durch solche Verträge sucht der Staat sein Gebiet zu erweitern, während es den Handelshäusern um das Geschäft geht – auch der frühe Kapitalismus zeigt so schon die imperialistische Stoßrichtung)
1524 Slowakischer Bergarbeiteraufstand gegen die skrupellose Ausbeutung durch die Fugger, die Bergwerke haben sie zusammen mit dem polnischen König Georg Thurzó gepachtet
1525/6 Tiroler Aufstandspläne tangieren Fuggersche Bergwerke
1526 Erstmals erscheint das Turamichele am Perlachturm, seitdem jedes Jahr
1527 Tod von Jörg Seld, dem größten Meister Augsburger Goldschmiedekunst (geb. 1454)
1528 bis 1530 Götz von Berlichingen, der Ritter mit der eisernen Hand, sitzt im Heilig-Kreuz-Tor ein
1528 bis 1544 Die Welser erhalten die Konzessionen für den Handel mit der Nordküste Südamerikas von der Halbinsel Carupano im Osten bis zum Cabo de la Vela im Westen (heutiges Venezuela = "Klein-Venedig")
1530 Der Augsburger Reichstag erläßt Karl V. die "Confessio Augustana", einen Burgfrieden zwischen Zwinglianern, Lutheranern und Altgläubigen; die Monopolklage des Reichstags gegen die großen Handelshäuser wird mit Vorschlägen zur Drosselung und Überwachung der Handelshäuser erneuert. Der Augsburger Gelehrte Conrad Peutinger rechtfertigt in einer Denkschrift über das "neue ökonomische Denken" eben das und der Kaiser schlägt die Klage diesmal endgültig nieder.
1531 Anton Fugger schließt Vertrag mit der spanischen Regierung über den Besitz von Chile und Süd-Peru, der aber an der Durchführung scheitert und die Fugger geben ihr Südamerika-Projekt daraufhin auf. Seit 1530 treiben die Fugger Handel mit Westafrika (Goldküste, Benin).
Gründung einer Gelehrtenschule bei St. Anna, Vorläufer des Gymnasiums, das 1635 gegründet wurde
1534/5 Expedition von Sebastian Neidhart mit dem Nürnberger Welserhaus-Ableger an die Rio de la Plata-Mündung, erste Gründung von Buenos Aires (1535), verläuft enttäuschend, weil ökonomisch uninteressant, und wird nicht weiter verfolgt
1537 Einführung der Reformation und Abschaffung des katholischen Gottesdienstes, der "papistischen Abgötterei", durch den Augsburger Stadtrat (7/8tel Mehrheit), indem die reichen Handelsmagnaten den Ton angeben, es kommt zur Zerstörung sakraler Kunstobjekte; Gründung der Stadtbibliothek (1892/3 Neubau an der Schaezlerstraße)
1538/46 Beginn des Ausbaus und der Verstärkung der Stadtbefestigung und Aufrüstung mit Geschützen
1540 Augsburg zählt etwa 45.000 Einwohner und ist auch damit eine Metropole dieser Zeit
1546 Das Warenlager der Fugger hat einen Wert von unvorstellbaren 1.250.000 Gulden (hauptsächlich in Kupfer), Kaiser Karl V. steht bei ihnen mit 2.000.000 Gulden in der Kreide, König Ferdinand mit rund 600.000;
Der Schmalkaldische Krieg geht zuungunsten der Protestanten aus, die kaiserlich-katholische Macht, von den Fuggern unterstützt, zieht in Augsburg ein
1547 Der Humanist, Gelehrte und Stadtschreiber Conrad Peutinger (geb. 1465) verstirbt in Augsburg, seine Weltkarte findet sich u.a. im Römischen Museum und im antiken Museum der französischen Stadt Vienne/Rhone
1548 "Geharnischter Reichtstag": Vorläufige Ausgestaltung der Confessio Augustana ( sog. "Augsburger Interim" hauptsächlich katholisch bestimmt, läßt aber den Protestanten u.a. die Heiratserlaubnis für Pfaffen); Aufhebung der Zünfte und Wiedereinsetzung des patrizischen Regiments
1549 Arztsohn Adolph Occo III. führt Tabaksamen aus Indien ein, um sie medizinisch(!) zu nutzen
1550 bis 1558 erhaltene Maklerbücher geben Einblick in die Wechsel- und Darlehens- und Edelmetallgeschäfte der damaligen Zeit
1555, 25. September: im "Augsburger Religionsfrieden" wurde das evangelisch-lutherische Bekenntnis zugelassen und erstmals die Koexistenz zweier unterschiedlicher Glaubensrichtungen im Heiligen Römischen Reich anerkannt. Den Fürsten und Territorialherren wurde das Recht zugebilligt, für sich und ihre Untertanen über die Konfessionen zu entscheiden (cuius regio, eius religio). In den freien Reichsstädten gelten die Konfessionen gleich.
Die Fugger beuten die Silbererzgruben in Spanien (Maestrazgos und Almaden) aus.
1556 Die Welser verlieren Venezuela
1557 Eheschließung von König Ferdinand mit der Augsburger Patrizierin Philippine Welser, heimlich, da sie eine Bürgerliche; Philippine (1527–1580) wird durch ihr Kochbuch berühmt
1560 bis 1584 Ernsthafte Wirtschaftskrise, der Warenhandel stockt, die Fugger überschuldet (Bankrott des von ihnen kreditierten Hauses Habsburg, 1557); der Glanz der Welser verblaßt, ebenfalls schwer verschuldet; Jacob Herbrot geht bankrott (1562) und reißt das Haus Baumgartner mit, der Bankrott des Hauses Manlich reißt die Brüder Herwart mit, nicht besser ergeht es den Erben des Hauses Neidhart, der Firma Rot (Konkurs 1580): Insgesamt machen in diesen Jahren nicht weniger als 70 bedeutende, international bekannte Augsburger Firmen bankrott. Fugger und Welser können jedoch überleben
1568 (bis 1605) Fugger ist der erste, der den Begriff Zeitung verwendet, die "Fugger-Zeytungen" bringen Nachrichten allgemeinen Interesses für Fürstenhäuser und Geschäftspartner (durchschnittliche Auflage 150 bis 350 Exemplare)
1573 Geburt des Augsburger Stadtbaumeisters Elias Holl (gest. 1646), der mit seinen monumentalen Renaissancebauten, deren bedeutendste das Augsburger Rathaus (1615-1620) ist, das Gesicht der Stadt bis in die heutige Zeit prägt
1580 Der französische Schriftsteller Michel de Montaigne schreibt: "Im allgemeinen sind hier die Häuser schöner, größer und höher als in irgendeiner französischen Stadt."
1582 Gründung Thor Bräu-Vorläufer, "Zum Thorwirt", einer Gaststättenbrauerei am Wertachbruckertor, Eröffnung des protestantischen Kollegiums St. Anna
1584 Aufstand protestantischer Handwerker gegen die Absetzung des Pfaffen von St. Anna, Anlaß ist der Kalenderstreit, letztlich wird der neue Kalender angenommen
1586 (Wieder-)Einstieg der Fugger und jetzt auch der Welser in den ostindischen Gewürzhandel mit Hilfe Spaniens mißlingt (1588)

1591 Erstes Todesurteil in einem Hexenprozeß (Magdalena Hofherr starb nach Folterungen im Gefängnis)
1594 Vollendung des Augustus-Brunnens mit Plastiken des Niederländers Hubert Gerhard
1596 Der niederländische Bildhauer Adriaen de Vries (1545–1629), Schüler des italienischen Meisters Giovanni da Bologna, wird nach Augsburg berufen und schafft die Plastiken für die Monumentalbrunnen des Herkules und des Merkur
1601 2922 Webermeister mit 3500 Gesellen und 3677 Webstühlen machen Augsburg zur größten Textilstadt; es erscheint die Zeitung Itinerarium, d. i. historische Beschreibung
1604/6 Erbauung des Siegelhauses am Weinmarkt (Holl), Abbruch 1806, der bronzene Adler – Zeichen der Reichsfreiheit – findet sich heute im Maximilian-Museum, dem interessanten Museum der Augsburger Stadtgeschichte
1606 bis 1609 Bau der Unteren Stadtmetzg, die die Obere Stadtmetzg ersetzt, welche 1612/14 abgerissen wird und durch den "Neuen Bau" (ebenfalls von Holl) ersetzt wird; bis 1930 von Metzgern genutzt
1607 Spanischer Staatsbankrott zieht Fugger mit 3 1/4 Millionen Dukaten in Mitleidenschaft, darüber Schwierigkeiten mit Bergwerksausbeutungen, dafür aber im Barchenthandel erfolgreich
1608 Bau eines Tanzhauses unter Elias Holl am Weinmarkt, welches das alte dort ersetzte [von welchem es keine Datierung gibt, früheste Erwähnung 1426], aber schon 1632 unter Gustav Adolf wieder abgebrochen
1613 Gründung der wöchentlich erscheinenden Ordinari-Zeitung (später: Augspurgische Ordinari-Post-Zeitung, zweitäglich) erscheint nachweisbar bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts
1614 Zusammenbruch des Hauses Welser
1618 Der Kunsthändler Marcus Zaech stirbt, seinen Grabstein schmückt eine einzigartige Plastik von Giovanni da Bologna (Barfüßerkirche);
Augsburg zählt ca. 50.000 Einwohner
1619 Belagerung Augsburgs durch Kurfürst Moritz von Sachsen
1622 Ausbau der Stadtbefestigung, zunächst das Rote Tor (unter Elias Holl)

1625 Zweites Todesurteil in einem Hexenprozeß (Dorothea Braun, enthauptet)
1627 Die Fugger vor dem Zusammenbruch
1628 Die Pest wütet in Augsburg ; der katholische Pfaffe Petrus Canisius hetzt in seinem Buch gegen die Hexen
1629 Rekatholisierung Augsburgs unter Ferdinand II. – Rückgabe evangelischer Kirchen und Besitzes an die römisch-katholische Kirche
1632, April (bis 1635) König Gustav Adolf von Schweden besetzt die Stadt im 30-jährigen Krieg, Relutherisierung
1635, März Übergabevertrag von Leonberg mit dem kaiserlichen Befehlshaber, bestätigt die Gegen-Reformation von 1629, freier Abzug der schwedischen Garnison; Augsburg zählt nur noch 16.432 Bewohner (12.017 Protestanten und 4415 Katholiken)
1645 Bevölkerung ist auf 13.790 Bewohner geschrumpft
1646 Belagerung des kaiserlich gehaltenen Augsburgs durch französisch-schwedisches Heer
1647 Waffenstillstand, allseitige Räumung Augsburgs, der bayerische Kurfürst verstärkt die Stadtbefestigung
1648 Westfälischer Frieden bringt die Parität – Gleichstellung der Konfessionen
1650 Am 8. August wird zum ersten Male das Hohe Augsburger Friedensfest begangen, das bis heute alljährlich gefeiert wird (einziger kommunaler Feiertag in der BRD); Barbara Fischer als Hexe verurteilt und enthauptet, bis 1699 weitere 14 Hexen zum Tode verurteilt und hingerichtet, darunter ein Mann
1675 Gründung der Augsburger Abendzeitung (fortschritllich-national, bis 1932 bzw. zusammen mit den Augsburger Neuesten Nachrichten bis 1934)
1682 Gründung der Augsburger Postzeitung (konservativ, existierte bis 1935)
1686 "Verteidigungsbündnis für das Reich zu Augsburg"richtet sich gegen Frankreich

1687 Der protestantische Pfaffe Gottlieb Spizel äußert sich in seinem Buch "Die gebrochene Macht der Finsterniß" anerkennend über die Hinrichtung dreier Hexen in Augsburg zur Ehre Gottes
1689 Gründung der Sieberschen Papierfabrik, die ca. 1850 in den Besitz der Georg Haindlschen Papierfabriken übergeht
1693 Die 'Interduction de la Fortification' läßt darauf schließen, daß eine neue Festungsanlage, weitgehend außerhalb der bestehenden, geplant ist, welcher das Stadtgebiet erheblich vergrößern würde (geht auf den Plan von Kilian 1626 zurück)

1699 Letzter Hexenprozeß mit Todesurteil in Augsburg (Elisabeth Memminger)
1703/4 Belagerung der Stadt durch die französisch-bayerische Armee, nach Übernahme der Stadt betreibt der Kurfürst Max Emanuel die Schleifung der Stadtbefestigung
1715/6 In Augsburg erscheint die Zeitung Grapilleur Historique oder Nachleser u.a. mit Beschreibungen ferner Länder, darunter "Japanien"
1716 Augsburger Wechselordnung, 1778 revidiert – bis zur Herstellung der allgemeinen deutschen Wechselordnung 1851 in Kraft
1720 bis 1752 Bau der fürstbischöflichen Residenz (unter Einbeziehung des mittelalterlicher Turms)
1723 Gasthof zu den 3 Mohren, später Hotel 3 Mohren (1878 pleite), heute: Steigenberger Hotel 3 Mohren
1723 bis 1731 erscheint die Zeitung Ein europäisches Postilion mit sich bringend allerhand curieuse Begebenheiten, so sich in Europa hin und wieder zu Wasser und zu Land zugetragen (Berichte u.a. über Japan und die Religion der Perser)
1728 bis 1731 erscheint die Zeitung Das Allermerkmürdigste in Europa mit Nachrichten aus den europäischen Fürstenhöfen (Vorläufer 1725)
1731/2 6.000 Salzburger Emigranten lagern vor der Stadt und werden nur zum Gottesdienst hereingelassen; die Stadt hat ca. 25.000 Einwohner
1735 erscheint das Blatt Der europäische Gazetter (mit innenpolit. Berichten aus verschiedenen europ. Staaten und einem Artikel "Russen baden gern")
1739/40 Anlegung des Hofgartens, ab 1963 mit 5 Calottofiguren (nach den grotesken Zeichnungen von Jacques Callot von 1616, die 1707 erstmals in Augsburg publiziert worden sind, 1716 dann in Amsterdam) geschmückt, die bis dahin im Stadtgarten gewesen sind (Callot wird v. a. wegen seiner Darstellung der Greueltaten im 30-jährigen Krieg bekannt)
1760/2 Die Gesandten der europäischen Staaten tagen in Augsburg, um eine Beendigung des Krieges zwischen Maria-Theresia (Österreich) und Friedrich dem Großen (Preußen) herbeizuführen
1764/5 Errichtung des Gignoux-Hauses, das Wohnhaus und (Kattun)Manufaktur noch unter einem Haus vereint, in dem aber praktisch schon industriell gearbeitet wird (heute Komödie)
1768 Die Wechselhandlung Benedikt Adam von Liebert, Carli & Co. sowie Christian und Georg Jakob Köpf erhalten ein Monopol für die Herstellung von Maria-Theresia-Talern
1770 Fertigstellung des Schaezler-Palais mit Rokokosaal (Schaezler sind eine reiche Bankiersfamilie), heute findet sich die deutsche Barockgalerie im Hause
1770/2 Johann Heinrich Schüle erbaut die erste Kattunfabrik auf dem europäischen Kontinent; Aufstand der Weber (»Wir dulden keine Ware in Augsburg, die nicht auch hier gefertigt wurde«) gegen Einfuhr von Stoffen für diese Fabrik
1774 Christian Friedrich Daniel Schubart gibt in Augsburg seine Deutsche Chronik heraus, in der "Sachen laut sagt, die man in Deutschland kaum denken darf", er flieht im selben Jahr nach Ulm, wird aber 1777 zu 10 Jahren verurteilt und eingebuchtet
1776 Eröffnung des Theaters am Lauterlech, an dessen Stelle 1877 das heutige Stadttheater tritt
1782 Papst Pius VI. läßt sich bejubeln
1784 Erster geglückter Heißluftballon-Aufstieg (unbemannt)
1785 Webergesellen besetzen das Reichsstift St. Ulrich und verlangen die Rückgabe ihrer (vermeintlichen) Privilegien
1794 Weberunruhen, da einem Einfuhrverbot auswärtiger Waren nicht entsprochen wird
1796 Im 1. Koalitionskrieg rücken die Franzosen in die Stadt ein und bedienen sich aus der Stadtkasse, die außerdem noch Anleihen aufnehmen muß
1799/1801 Im 2. Koalitionskrieg folgen 40.000 russische und französische Soldaten, die die Stadt brandschatzen, so daß der Rat der Stadt die 5fache Steuer beschließen muß
1802/3 Säkularisation: Besitzungen des Hochstifts Augsburg und des Reichsstifts St. Ulrich & Afra gehen in den Besitz der Stadt Augsburg über
1805 Im 3. Koalitionskrieg besetzen 30.000 Franzosen die Stadt
1806 Napoleon läßt die freie Stadt Augsburg dem Königreich Bayern angliedern aus Dank für deren Kriegshilfe gegen Österreich
1810 Die Allgemeine Zeitungsiedelt von Ulm nach Augsburg über, zuerst als Wochenblatt, später als Tageszeitung und existiert bis 1882 in Augsburg, später als Wochenblatt in München – als überregionale Augsburger Zeitung nicht unbedeutend, ja eine der europaweit beachtesten Gazetten, sogar Karl Marx hat ein paar Zeilen über sie verloren
1811 Erste bemannte d.h. besser gesagt: beweibte Ballonfahrt: Constanze Bittorf aus Würzburg steigt vor dem "rothen Thor" mit einer Art Montgolfiere für 17 Minuten in die Luft und ist die erste Aeronautin der Weltgeschichte
1813 Aufhebung der »Kontinentalsperre«: Englische Textilwaren drängen auf den Markt und erschüttern von da an Augsburgs Textilindustrie zutiefst
1817 Augsburg wird Regierungssitz des bayerischen Oberdonaukreises, des späteren (1838) Regierungsbezirks Schwaben und Neuburg
1824 Druck-Revolution: 2 Schnellpressen werden erstmals in Augsburg aufgestellt und lösen die hölzernen Handpressen ab (1845 Bau der Doppelschnellpresse durch MAN, 1870 die 4fache Schnellpresse, 1877 die erste Einrollen-Rotations-Druckmaschine, 1882 erste Mehrfarben-Rollendruck-Maschine
1832 Heinrich Heine wird Pariser Korrespondent der Allgemeinen Zeitung
1834 Gründung des deutschen Zollvereins sorgt für wirtschaftlichen Aufschwung; Gründung des Historischen Vereins
1836 Gründung der Augsburger Kammgarn-Spinnerei (AKS)
1837 Gründung der Spinnerei und Weberei Augsburg (SWA)
1840 Bau der Eisenbahnlinie Augsburg – München unter Bürgermeister Carron-du-Val (Fahrzeit damals etwa 2,5 Stunden), 1. Bahnhof vor dem Roten Tor (später Straßenbahndepot); 2. Bahnhof Oberhausen 1844 für die Nord und Westverbindungen
1840 Gründung einer Maschinenfabrik durch Ludwig Sander, die ab 1844 "C.Reichenbach'sche Maschinenfabrik" und ab 1908 "Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG" (MAN) heißt
1841 Nationalökonom Friedrich List (1789-1846) verfaßt in Augsburg sein "Nationales System der Ökonomie", das für die Herstellung eines gesamtdeutschen Staates unter Wegfall aller Zollschranken wegweisend wird, in den Jahren 1845/6 gibt er sein Zollvereinsblatt heraus
1846 Bierkrieg: Wegen Erhöhung der Bierpreise kommt es zu ziemlichen Ausschreitungen; Bau des neuen Bahnhofs (Hauptbahnhof), 1870 ausgestaltet
1846 Geburt von Johann (John) Most (gest. 1906 während einer Agitationsreise in Cincinnati), Reichstagsabgeordneter 1874-78 des radikalrevolutionären SAPD-Flügels, 1880 Parteiausschluß, nachdem sich die Opportunisten durchgesetzt hatten; Most wendet sich entschieden vom Parlamentarismus ab, einer der ersten Kommunisten, der die Kritik des Staates als eine essentielle Notwendigkeit kommunistischer Kritik erkennt
1847 Gründung des Augsburger Sportklubs TSV 1847 Schwaben Augsburg (zunächst unter dem Namen TV Augsburg) durch national-freiheitlich bewegte junge Menschen, 1849 verboten, nach Satzungsänderung wieder zugelassen
1848, 4. März Versammlung der Bürger aller Klassen, Adresse an den König; die königliche Bewilligung der Bürgerwünsche erfolgt umgehend; Beginn der Gasvorsorgung (aus Steinkohle)
1849 Bildung eines radikalen Märzvereins, Protestkundgebungen gegen die Ablehnung der Reichsverfassung durch Bayern bleiben wirkungslos; Eisenbahnlinie nach Nürnberg vollendet
1852 Industrie- und Gewerbeausstellung (erste überregionale Großausstellung), die nächste findet erst 1886 statt
1855 Gründung der Ackermann Nähgarne (1872 Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen AG)
1857 Gründung der Neuen Augsburger Zeitung (reaktionär, existiert bis 1944, Wiedergründung 1950 schon 1951 gescheitert), nicht zu verwechseln jedoch mit der Augsburger Nationalzeitung des NSDAP (1931-1945)
1860 Aufhebung des Festungscharakters der Stadt: Bis dahin hatten sich nur Fabriken, Gärtnereien, Zollhäuser und Lusthäuser der Vornehmen mit parkartigen Anlagen außerhalb des Mauergürtels angesiedelt.
1861 Augsburg zählt 45.400 Einwohner
1862 Gründung der Augsburger Neuesten Nachrichten (liberal-national, weltblattmäßig, – saugt nach und nach das das Augsburger Anzeigblatt (1842-1883), das Augsburger Tagblatt (1830-1886) und den Augsburger Kurier (1877-1898) auf, eliminiert die Allgemeine Zeitung als bedeutenstes Presseorgan, 1932 Fusion mit der Augsburger Abendzeitung im Zeichen des Niedergangs liberaler Blätter (Ende 1934)

1864, 29. März: Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in Augsburg durch Friedrich Dürr
1866 Der deutsche Bundestag tagt in Augsburg
1867 Gründung des Allgemeinen Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiter Partei (SDAP)
1868 Geburtsstunde der Gewerkschaften, gleichzeitig 1868 Streik bei Riedinger und 1869 in der Maschinenfabrik Augsburg
1868 Max Anton Kleiter in Augsburg geboren, der Jugendstilkünstler (gest. 1913) geißelt in seinen gesellschaftskritischen Karikaturen um die Jahrhundertwende u.a. den grassierenden deutschen wie bayerischen Nationalismus
1869, 17. Juli Kundgebung der SDAP-Augsburg gegen die drohende Kriegsgefahr
1870, Nov. SDAP-Augsburg stimmt Ablehnung der Kriegsanleihe durch Parteiführung zu und befürwortet einen Frieden mit Frankreich ohne Annexionen
1871 Bayern wird Teil des Deutschen Reiches; Augsburg hat 51.200 Einwohner
1873 Gründung der Zahnräderfabrik Renk, in der Hauptsache Produzent von Rüstungsteilen (später z.B. Panzergetriebe für den 2.Weltkrieg, danach starker Geschäftspartner des südafrikanischen Apartheidregimes, heute Teil des MAN-Konzerns)

1876 Eröffnung der Kahnfahrt am Oblatter Wall
1878 Gründung des Augsburger Eislauf Vereins (AEV), der 3. Eislaufklub in Deutschland und älteste noch bestehende; erster Plärrer, hervorgegangen aus der Michaeli-Dult (seit 967) und der Osterdult (seit 1276)
1878/9 Erbauung des Wasserwerks am Hochablaß; Einführung der Pferdebahn
1880 Gründung der »Augsburger Trambahn AG«;
Localbahn nimmt den Betrieb auf (lokale Fabrikversorgung)
1881 Erste Augsburger Straßenbahn in Betrieb als Pferdebahn, ab 1898 elektrisch
1886 Eröffnung des prunkvollen Kurhaustheaters (»Palmenhaus«) in Göggingen, als Ergänzung zur Hessingschen Klinik (1868) gedacht
1891 Gründung der SPD-Tageszeitung Schwäbisches Volksblatt (bis 1933), es propagiert einen nationalen Standpunkt von unten

1893 Die Stadtbibliothek zieht in das neue Gebäude in der Schäzlerstraße, wo sie sich bis heute befindet, wenngleich sie längst nicht mehr alle Bücher aufzunehmen vermag
1896 Erste Kinematografische Vorfühurng im Kaffeehaus Mercur am Judenberg (später Capitol Lichtspiele), ältestes Kino ist das Thalia mit einer erstmaligen Erähnung 1909 (zuvor seit 1906 dort Varieté-Vorführungen)
1897 Rudolf Diesel (1858-1913) stellt seinen Motor in der MAN vor, erste Aufträge vom französischen Flottenamt; Gründung der Riedinger Ballonfabrik (produziert auch Ballone im 1. Weltkrieg für die deutsche Armee)
1898 Bertolt Friedrich Brecht (gest. 1956 in Ostberlin) wird in Augsburg geboren. Der größte Augsburger Dichter zeigt in seinen Werken eine kritische – bisweilen moralische, bisweilen kommunistische – Haltung, was ihn für eine Vereinnahmung bürgerlicher wie realsozialistischer Seite zugänglich macht. Sein Geburtshaus (Auf dem Rain 7) ist als Gedenkstätte museumsmäßig eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich.
1898 Errichtung des neuen Schlacht- und Viehhofs (bis 1900); Gründung der Dieselmotorenfabrik durch Rudolf Diesel, pleite 1911
1899 Maurerstreik – die folgenden "Augsburger Krawall-Prozesse" (Nov. 1899 und Jan. 1900) sind gegen die gerichtet, die auswärts angeheuerte Streikbrecher von der Arbeit abhalten wollen; Augsburg zählt 51 Brauereien
1901 Gründung der Augsburger Luftschiffahrtsgesellschaft: August von Parseval konstruiert ein Pralluftschiff
1901/3 Erbauung des Stadtbades im Jugendstil
1904/5 Erbauung der Kirche Herz-Jesu in Pfersee im Jugendstil
1906 Erstes Parseval-Luftlenkschiff P1 aus der Riedinger Ballonfabrik (vorgeführt in Berlin), die P3 landet dann 1909 erstmals in Augsburg
1907 Projektierung der Schwemmkanalisation, 1910 genehmigt (Abwasserentsorgungsleitungen), erstes Klärwerk 1956, 1975 erweitert;
Geschwindigkeitsrekord einer Dampflok auf der Strecke Augsburg-München 154,5 km/h
1910 Eingemeindung von Siebenbrunn; Augsburg hat 102.500 Einwohner
1911 Eingemeindung von Pfersee, Oberhausen – Großstadtfeier 20./21. Mai
1911/12 Errichtung eines neuen Wehres am Hochablaß nach dem verheerenden Lech-Hochwasser von 1910
1913 Eingemeindung von Lechhausen und Hochzoll; Erbauung der Synagoge im Jugendstil
1914 Auch Augsburgs SPD steht zur nationalen Pflicht und will den Krieg; Augsburg wird Zentrum der Rüstungsindustrie (u.a. MAN, die U-Bootmotoren jetzt der deutschen Flotte liefert – Frankreichs U-Bootflotte ist längst mit MAN-Motoren ausgerüstet!)
1916 Das Berliner Flugunternehmen Rumpler gründet eine Zweigniederlassung in Augsburg, wo ab 1917 die berühmten Doppeldecker-Kampfflugzeuge hergestellt werden (Liquidation durch Alliierte 1919); Eingemeindung von Kriegshaber; nunmehr 146.200 Einwohner
1918 Kriegsende und Novemberrevolution: Unruhen auch in Augsburg: Am 9. November wird am Augsburger Rathaus die rote Fahne aufgezogen, ein Arbeiter- und Soldatenrat konstituiert sich, jedoch keine radikalen Maßnahmen gegen die bestehende Staats- und Eigentumsordnung.
Die Siedlungen Hochfeld und Spickel entstehen
1919, 12. Jan.: Landtagswahl (in Augsburg: MSPD 45,8, USPD 2,1, BVP 31,0, DDP 19,4); 19. Januar Nationalversammlungswahlen (MSPD 46,8, USPD 3,1, BVP 31,4, DDP 17,8); Augsburg zählt 154.600 Einwohner
1919, 24. Feb.: Massendemonstration gegen die Mörder von Kurt Eisner und Erhard Auer, nachdem sich schon am 21.2. spontane Proteste insbesondere gegen das Augsburger Justizgebäude richten
1919, 3. April: Ausrufung der Räterepublik bei Massenkundgebung im Ludwigsbau nach bolschewistischem Vorbild. Am 9.4. erscheint ein flammender Aufruf der revolutionären Frauen Augsburgs, gezeichnet von Lilly Prem, an die Augsburgerinnen: "…Frauen des Proletariats! Wollen wir wieder unter die Geißel des Kapitalismus kommen, sollen unsere Kinder Sklaven desselben werden? Niemals! (…)" Die Räterepublik wird jedoch von interessierten Kreisen abzuschwächen und zu beeinflussen versucht, was gelingt und was nichts daran ändert, daß die bayerische Regierung unter einem der SPD-Bluthunde namens Hoffmann mithilfe bayerischer & württembergischer Freikorps es für nötig erachtet, sie endgültig zu beseitigen; bis zum 23. April kommt es zu Straßenkämpfen (München fällt 8 Tage später), in denen u.a. SPDler und USPDler (KPD damals noch nicht existent) die Räterepublik gegen SPD-Hoffmann verteidigen. Nach der Niederschlagung der Räterepublik äußert sich die SPD in äußert zynischer Weise, derart, die Augsburger wären doch selber schuld gewesen…und die Partei denke nicht daran, den Arbeitern die Früchte der Revolution zu rauben. Um den Sozialismus zu erreichen schien es ihr notwendig, zunächst die Räterepublik zu zerschlagen. (ANN, 23.04.19)
Beginn des planmäßigen Personen-Luftverkehrs Augsburg-München-Fürth/Nürnberg-Leipzig-Berlin mit der umgebauten Kriegsmaschine BayRu C 4 (Unternehmer ist Lloyd/Bremen; die dt. Lufthansa wird erst 1926 gegründet)
1920 Wilhelm Olschewsky wird zu 7 Jahren, Georg Prem, Köpfe der Räterepublik in Augsburg, wird zu 2 Jahren Festungshaft verurteilt, der Arbeitslosenführer Karl Marx zu 4 Jahren, der Monteur Blößl zu 10 Jahren, Karl Max Berk, Automobilschlosser, zu 3 Jahren, Joseph Volkart, Postler, zu 1 Jahr 3 Monaten, Ludwig Matheis zu 2 Jahren, Karl Hörath, Damenschneider, zu 6 Jahren, alle Festungshaft, Philipp Böhrer 12 Jahre Zuchthaus usw. – insgesamt werden in Bayern 2209 Räterepublikaner verurteilt; Gründung der KPD in Augsburg
1921 Siedlung Firnhaberau entsteht, 1933 die Siedlung Hammerschmiede 

1922 Der Berliner Lampenhersteller OSRAM gründet eine Augsburger Tochterfima die Wolfram-Lampen AG
1923 Durch Inflation bedingt Einführung des Augsburger Stadtnotgeldes
1927 Ansiedlung der Messerschmitt-Flugzeugwerke, die die maroden Bay. Flugzeugwerke Augsburg und die Schwäbisch-Bay. Fluggesellschaft übernehmen – Flugzeugbau ist schon damals eine staatliche Subventionsangelegenheit -, führt zur forcierten Entwicklung des Flugzeugbaus, trotzdem Zwangsvergleich 1931, 1933 Wiederaufnahme der Produktion, von den Faschisten zunächst wegen der zahlreichen Auslandsgeschäfte nicht, dann aber wegen der Entwicklung der Me 109 forciert gefördert, es kommt zu Höchstleistungen: das Jagdflugzeug Me 109 (36.000 Stück), der erste Düsenjäger Me 262, der erste Raketenjäger Me 163, der von Japan noch zum Kriegseinsatz gebracht wird, der "Komet": die Me 110, die erstmalig die 1000 km/h-Barriere überschreitet, der nicht mehr zum Kriegseinsatz gekommene Kampfbomber Me 264 – Reichweite 16.000 km! – und ein Prototyp des Strahljägers P 1101 – 1938 zu Messerschmitt A.G. umbenannt
1929 Eröffnung der Freilichtbühne am Roten Tor
1930 Gründung einer Ortsgruppe der KPD-O oder KPO (O = Opposition), die antistalinistisch ist, aber nichtsdestotrotz theoretische Defizite aufweist (z.B. eine Einheitsfront ausgerechnet mit der SPD gegen den drohenden Faschismus fordert)
1931 Ballon-Rekordflug in die Stratosfäre (15.781 m) durch Auguste Piccard, 1934 verbessert: 17.672 m
1932, 6. November letzte freie Reichstagswahlen, Ergebnisse in Augsburg: SPD 25,0% (-1,4), KPD 14,6% (+1,7), BVP 28,3% (-2,0), NSDAP 23,0%(-0,1), DNVP 6,3%(+2,1); Arbeitslosigkeit steigt auf 22% (über 20.000)
1933, 30. Januar Machtübernahme der NSDAP, Aufruf der KPD zum Generalstreik, zu dem die SPD auf Distanz geht; April: Der 1929 gewählte Stadtrat – BVP 17 Sitze, SPD 14, KPD 4, DNVP 3, NSDAP 3, sonstige 9 – wird aufgelöst und gleichgeschaltet; Im Laufe des Jahres werden 579 Personen von der NSDAP verhaftet, 350 bis 400 sind KPD- und RFB-Mitglieder, die anderen andere Linksoppositionelle sowie Funktionäre von Gewerkschaften und SPD; Augsburg zählt 168.150 Einwohner
Hans Beimler, EX-KPD-Stadtrat, kann aus dem KZ Dachau fliehen und kämpft gegen die Faschisten in Spanien, wo er 1936 fällt
1935 Letzte linke Widerstandsaktionen in Augsburg
1935 Augsburger Börse (als solche gegründet 1816, hervorgegangen aus dem partrizischen "Herrenhaus") fusioniert mit der Münchner Börse, das Börsengebäude in Augsburg fällt dann dem Krieg zum Opfer
1938, 10. November: NS-Ausschreitungen gegen jüdische Geschäfte und die Synagoge
1942 Gezielter britischer Tiefflieger-Angriff auf U-Boot-Motorenhersteller MAN
1944 Starke Luftangriffe der Alliierten gegen das Rüstungszentrum Augsburg (im Gau Schwaben steigt die Beschäftigtenzahl im Rüstungssektor von 25.000 im Jahre 1939 auf 74.000 Ende 1944 – von Arbeitslosigkeit keine Rede mehr), insgesamt 20 Angriffe von Juli 1940 bis zum 22.04.1945, der schwerste 25./26.02.44 mit rund 800 US- und GB-Flugzeugen und 753 Toten; von 70 bedeutenden Industriebetrieben bleiben nur 11 unversehrt
1945, 28. April: Kampflose Befreiung vom Faschismus durch in die Stadt einrückende US-Truppen; Einwohnerzahl 106.000;

1945 Gründung der Schwäbischen Landeszeitung, die sich ab 1959 Augsburger Allgemeine nennt
1947 bis 1951, Klaus Barbie, der Nazi-Schlächter von Lyon, weilt unter Deckung der US-Armee und als CIC-Agent (als sich die CIA etabliert auch für diese!) in Augsburg, er spioniert bei kommunistischen Veranstaltungen herum; mit der Entnazifizierung ist es in der US-Zone nicht weit her, sie wird zugunsten der neuen Antibolschewismus-Doktrin schon bald auch formell eingestellt. Eine Auswechselung von Staatsbeamten findet nicht statt. Viele Nazis treten einfach in die SPD oder in die neu gegründete CSU ein und setzen dort auf einen neuen Nationalismus.
1947 Aus den Messerschmitt-Flugzeugwerken bedienen sich die USA und entwickeln das Knowhow weiter (die Sowjets schnappen sich einige Messerschmitt-Flugzeuge in der Ostzone), Professor Messerschmitt bekommt seinen Persilschein
1948 Gründung der Augsburger Puppenkiste
1950 Augsburg zählt 208.500 Einwohner
1951 Eröffnung des Rosenaustadions, aus Kriegsschutt gebaut, damals eines der größten Stadien der BRD, verhilft in von bis zu 60.000 Zuschauern besuchten Fußball-Länderspielen und Leichtathletik-Länderkämpfen der 50er Jahre dem deutschen Nationalismus zu neuem Auftrieb
1953 Fritz Koelle, Bildhauer, geboren 1895 in Augsburg, stirbt: "bolschewistische Kunstauffassung" (so die Nazis über seine Werke), die ihn dann für sich arbeiten ließen
1955 Die ersten sogenannten »Gastarbeiter« treffen ein
1957 Neustart der Flugzeugindustrie, aus Messerschmitt wird 1969 der Gigant MBB, die 1989/90 zur DASA (dt. Aerospace, Tochter von Daimler-Benz) wird
1959 Die japanischen Städte Amagasaki und Nagahama werden Partnerstädte, nachdem die dortige Firma Yamaoka für die Herstellung von MAN-Dieselmotoren die Lizenz erhalten hat
1961 Rainer Werner Fassbinder verläßt als 16-jähriger vorzeitig das humanistische Gymnasium bei St. Annna; ihm schwebt anderes und sinnvolleres vor, als zu einem Rädchen im kapitalistischen System sich abrichten zu lassen

1962 Umstellung der Gasversorgung auf Erdgas (bis 1978, zuvor Gas aus Steinkohle)
1963 Eröffnung des Curt-Frenzel-Stadions, seit 1971 überdacht: legendäre Eishockey-Kampfbahn des AEV
1964 Die US-Stadt Dayton wird Partnerstadt, nachdem die dort beheimatete Firma NCR in Augsburg eine Niederlassung gegründet hat
1965 Fertigstellung der Sporthalle
1967 Die französische Stadt Bourges wird Partnerstadt, nachdem die Staatsräson die Aussöhnung im deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963 festgeschrieben hat
1968 Eröffnung des neuen Flughafens Augsburg-Mühlhausen, auf dem Alten Flugplatz entwickelt sich seit 1971 das Univiertel; Fusion von Messerschmitt A.G. mit Bölkow KG zu Messerschmitt-Bölkow-GmbH, 1969 mit Blohm GmbH zu MBB

1969 Fusion der Fußballabteilung des TSV 1847 Schwaben Augsburg mit dem BC Augsburg zum FC Augsburg
1970 Gründung der Universität Augsburg; das 1937 erbaute und Ende 1946 erneuerte Kunsteis-Stadion am Schleifgraben erhält ein Dach
1971 Eingemeindung von Haunstetten, Göggingen, Inningen und Bergheim: 257.000 Einwohner; Entstehung der Fußgängerzonen (bis 1979: Annastr., Philippine-Welser-Str., Bgm.-Fischer-Str.); MAN-Technologie produziert Teile für die europäische Ariane-Rakete
1972 2. März, Thomas Weißbecker (23 J.), dem aufgrund ähnlicher Zielsetzung Verbindungen zur der anarchistischen Bader-Meinhof-Clique nachgesagt werden, wird auf offener Straße von der Polizei erschossen;
Fertigstellung des Hotelturms ("Maiskolben": Vorbild: Marina City in Chicago, 115m hoch, mit Antenne 158m) und der Kongreßhalle; Olympiastadt: Die Kanuslalom-Wettbewerbe der Olympischen Spiele in München werden hier ausgetragen
1975 Charles Bukowski läßt seine Rechte für 100 Dollar in Deutschland und wird vom Augsburger Maro-Verlag veröffentlicht

1977 Königsplatz-Umbau mit Haltestellendreieck, Abriß des »Pilzes«
1981 Hausbesetzungen in Augsburg gegen Wohnungsspekulantion; Demonstration gegen die NATO-"Nach"rüstung
1982 Gewerkschaften fordern 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
1983 Arbeitsbrigaden für Nicaragua, Gründung des Freundschaftskomitees Augsburg-Condega; der sozialistische Künstler Jörg Scherkamp, geb. 1935, stirbt
1985 2000-Jahrfeier Augsburg; seit diesem Jahr finden die "Tage des unabhängigen Films" statt, die internationale Filmschätze außerhalb des Mainstreamkinos auf die Leinwand bringen
1986 Interot Airways (ab 1995: Augsburg Airways) nimmt den regelmäßigen Passagierverkehr auf
1989 MBB geht in der Deutschen Aerospace AG (DASA) auf
1996 Wiedereröffnung Kurhaustheater in Göggingen
1998 Die US-Soldaten werden aus ihren 3 Kasernen in Augsburg abgezogen

2000 DASA wird zur EADS AG (European Aeronautic Defence and Space Company) ab 2009: EADS Real Estate Premium AEROTEC Augsburg GmbH & Co. KG
2001 Liberec in Tschechien wird zwecks »Versöhnung« Partnerstadt – die Ausweisung der deutschen Nationalisten nach 1945 aus der Tschechoslowakei soll somit als Unrecht Tschechiens auch tschechischerseits anerkannt werden: Diese revisionistische Unverschämtheit ist erst nach Auflösung der CSSR möglich geworden
2004 Zwecks Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen mit dem boomenden China wird Jinan Partnerstadt

2008 (31.12.) Augsburg zählt 266.976 Einwohner

Wird im Laufe der Zeit ergänzt. Beiträge erwünscht. Letzte Aktualisierung 2011
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