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Werkverträge
Immer mehr Arbeitnehmer finden sich auf Werkvertrags-Arbeitsplätzen wieder, den am schlechtesten bezahlten Jobs. Das erlaubt den Unternehmen, den offiziellen Mindestlohn noch einmal kräftig nach unten zu drücken, und bietet ihnen neue Freiheiten zur Anstellung von Arbeitskräften ohne jede Beschäftigungsverpflichtung.
So geht er, der Klassenkampf von oben. Die Kapitalisten nehmen an den von ihnen geschaffenen und vom Staat verrechteten prekären Arbeitsverhältnissen Maß. Sie nutzen die Freiheiten, die ihnen die staatlichen Regelungen mit ihren Erlaubnissen bieten, und unterlaufen die Beschränkungen, die sie in den rechtlichen Bestimmungen des Billiglohnsektors ausmachen. So setzen die Kapitalisten die rechtlich verbindlich gemachte Niedriglohngrenze neuerlich außer Kraft.
Im Rahmen einer neulich erfolgten parlamentarischen Debatte wurde dieser Klassenkampf von oben durch die Regierungskoalition geführt: Erstens ist dieses Lohndumping nicht der Rede wert, da nur Einzelfälle, zweitens handelt es sich dabei so recht besehen um eine soziale Errungenschaft für Lohnabhängige, da »wir« dadurch »so erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt sind«. Deshalb fallen die Klagen über die zunehmenden Lohndumping-Methoden auf die Ankläger zurück: Nicht die kritisierten Zustände, die Kritiker sind kritikabel. Vortrag (22.10.12)

Erpressung
Wer nicht über Gegenmittel verfügt, muß sich zweifellos einer angetragenen Erpressung beugen. Nicht so die Arbeiterklasse, die ein Mittel der Gegenerpressung in ihrer Arbeitskraft besitzt, die sie – so frei ist wie – der Fremdanwendung durch das Kapital entziehen kann. Davon möchte ein Gewerkschafter freilich nichts wissen: "»Herr Schild, die Opel-Mitarbeiter in Ellesmere Port akzeptieren weniger Gehalt und bekommen zur Belohnung die Astra-Produktion aus Rüsselsheim. Ihre Kollegen dort schauen in die Röhre.« Schild. »Das ist ein schlimmer Vorgang. Wir können die Erpreßten nicht für die Erpressung verantwortlich machen. Der Druck auf die Kollegen war sehr hoch und wir wußten von Anfang an, daß die Kollegen in existenzieller Not sind. Diese Not ist eiskalt ausgenutzt worden – und die Kollegen wurden gegeneinander ausgespielt. …«"
Ein deutscher Gewerkschaftler im Sessel des Opel-Aufsichtsrats schaut gelassen zu. Wenn es um ja nun wirklich »existenzielle Not« geht, wäre dann etwa nicht ein Generalstreik aller Opelaner bzw. gar GM-Mitarbeiter angesagt, um dem Kapital zu zeigen, wo der Hammer hängt? Nein, dafür sitzt ein IGM-Funktionär nicht fett im Aufsichtsrat. Solche Gegenmaßnahme würde alles andere als einen solchen Sitz erfordern, der eine grundsätzliche Verpflichtung auf die Interessen des Kapitals darstellt!
Mal sehen wie sich die deutsche Gewerkschaft anstellt, wenn das erste deutsche Opel-Werk stillgelegt wird. Noch ist Zeit zum Streik, während die Erpressung herannaht.
"»Sie haben harte Verhandlungen mit der Geschäftsführung angekündigt. Wie hart?«  Schild: »Sehr hart. Die IG Metall wird keine Versprechungen machen, außer der: Wir sind in der Lage, gegenüber Opel und GM eine sehr harte Auseinanderesetzung zu führen. Und wir werden das tun, wenn wir dazu gewzwungen werden. Wer Bochum schließen will, wird auf den Widerstand der ganzen IG Metall stoßen – in allen Opel-Standorten, nicht nur in Bochum. Bei anderen Belegschaften, bei der Politik werden wir dafür Unterstützung finden. Die Manager sollten vorher wissen, worauf sie sich einlassen.«" (SZ-Interview, 19.05.12)
Nein, das Kapital mit einem Streik vor den Kopf zu stoßen, ist nicht die feine Art einer deutschen Gewerkschaft, erst recht nicht ein Streik für die Kollegen in Antwerpen oder Ellesmere Port, das ist ja Ausland, fällt nicht in deutsche Zuständigkeiten. Und eine Drohung mit dem, was eine deutsche Gewerkschaft vermag, ist – so gut kennt man die Pappenheimer von der IGM-Führung – schon das ihr einzig adäquat erscheinende Gegenmittel, allenthalben ein allzu billiger Ersatz für einen Streik. Das ist ja der Witz: Vor einem Streik schreckt eine deutsche Gewerkschaft mehr zurück als ihr Gegner. Viel hat also Opel nicht zu befürchten, wenn sie die deutschen Standorte kleinschrumpft bzw. auch mal den ein oder anderen dichtmacht. Die GM-Führung in Detroit freilich wird das dann anhebende Zürnen der IGM gegen »die Amerikaner« ziemlich kalt lassen. (20.05.12)

Mindestlohn
Friedrich Küppersbusch hat recht, wenn er (in der taz v. 07.11.11.) darauf hinweist, daß Gewerkschaften ihren Existenzzweck darin haben, möglichst hohe Löhne zu fordern und durchzusetzen. Stattdessen fordern sie heute Mindestlöhne, für deren Durchsetzung sie sich ebenso wenig für zuständig erklären. Daraus kann man leicht erschließen, was den deutschen Gewerkschaften wichtig ist: Den Verwertungsbedingungen des Kapitals nicht nahe treten! Ja, sie selbst zu befördern! Immer an das zarte Pflänzchen namens Konjunktur denken, von dem ja so viel abhängig ist.
Früher hat man solche Gewerkschaften mal als gelbe Gewerkschaften bezeichnet, Vereine die von den liberalen Wirtschaftsparteien ins Leben gerufen und bezahlt worden waren. Solche haben sich ob so viel freiwilliger Dummheit seitens der DGB-Vereine nun wirklich erübrigt. (07.11.11)

Aufschwung
Ist der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt angekommen? Ja, er sollte doch! Und nach dem großen Vorsitzenden der IG BCE Michael Vassiliadis ist er das auch: 4,1 % mehr! Wann hat es das zuletzt in der Chemiebranche gegeben? Da war doch seit Jahr und Tag »Lohnzurückhaltung« weniger das Geforderte der Arbeitgeberseite, vielmehr das freiwillige, kriecherische Entgegenkommen einer äußerst rechten DGB-Gewerkschaft.
Doch gemach! "Aus Sicht von Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld ist der Abschluß allerdings 'nicht so hoch, wie er auf den ersten Blick wirkt'." Wozu die jährlichen Reallohnverluste doch geführt haben! 4,1 als hoch zu klassifizieren und zwar nicht nur von Arbeitgeberseite aus, der sich der Bankchef gewogen zeigt! "Wegen der langen Laufzeit und mindestens eines Monats ohne Entgelterhöhung sei 'das tatsächliche Volumen des Tarifvertrages eher moderat'. Tuchtfeld taxiert den Chemieabschluß auf Jahresbasis gerechnet auf ein Plus zwischen 1,5 und 2,1 Prozent." (AZ, 01.04.11) Das steckt doch die Inflationsrate lässig weg. Das ja, aber die Lüge der Gewerkschaft, was sie Großartiges durchgesetzt habe, ob die die Arbeiter schlucken? Sie müsssen wohl. Es sei denn, sie machen sich mal Gedanken über eine Alternative zu ihrer volkswirtschaftlich denkenden Vertretung. (10.04.11)

Der Kampf nationaler Bewegung
Opel-Betriebsrat Franz droht mit letztem Mittel:
"Wenn GM Opel doch behalten sollte, müßten wir alle Zugeständnisse bei der Tariferhöhung, dem Weihnachts- und Urlaubsgeld neu überdenken. Dann würden wir wieder an uns denken." (Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz im ZDF am 09.09.09)
Ja zum Verzicht für Opel, aber bei den Amis werden wir dann ganz radikal! Der Gedanke an GM als Eigentümer erregt einen deutschen Arbeiterführer offenbar so sehr, dass er glatt den proletarischen Materialismus wiederentdeckt haben will und mit ihm als schärfster Waffe kokettiert. Das höchste Arbeiterinteresse ist schließlich, uneigennützig für ein deutsches Werk zu sein – eine bemerkenswert offenherzige Auskunft über die schäbige Rolle, die es darin spielt.
Zum Glück darf man nun Magna helfen, den Arbeitsplatzabbau der Belegschaft schmackhaft zu machen: Wenn Magna Leute entläßt, geht das in Ordnung, weil es dem Standort D dient. Und was sollte es für einen schöneren Existenzgrund einer Gewerkschaft geben als den, Dienstleister der Nation zu sein, oder wie es der schwarz-rot-goldene Opel-Franz ausdrückt: "Eisenach ist Symbol der Wiedervereinigung und der Freiheit." [Eisenach ist der deutsche Opel-Standort, der am ehesten zur Disposition steht.] Über die Schließung des Opel-Werkes im belgischen Antwerpen regt sich ein deutscher Gewerkschaftsfritz namens Franz natürlich überhaupt nicht auf: Diese Schließung dient ja ebenfalls der Weiterexistenz eines jeden Standorts in Standort D!
(10.09.09)

Gewerkschaft findet Überwachung voll okay!
Auch die für ihre Gesetzestreue nicht gerade berühmte Firma Müller-Milch aus Aretsried (Landkreis Augsburg) hat – wie heutzutage üblich – Mitarbeiter überwacht. Das wurde jetzt bekannt, nachdem eine Mitarbeiterin dagegen erfolgreich geklagt hatte. Der Gewerkschaft NGG (Nahrung, Genuß, Gaststätten) fällt dazu folgendes ein:
"Müller-Milch sei kein Einzelfall in der Region. Der Betriebsrat müsse derartigen Maßnahmen vorher zustimmen. Außerdem muß der Arbeitgeber seinen Verdacht, warum er einen Beschäftigten überwachen will, begründen und die Videoüberwachung zeitlich befristen." (AZ, 25.06.09)
Denn es kann ja wohl nicht sein, daß die Arbeiter den Spieß umdrehen und, wenn sie denn schon für den Profit des Unternehmens unter dem Wert ihrer Arbeitskraft – den sich die Arbeitgeber aneignen – bezahlt werden, daß die Arbeiter sich dann auch nach Möglichkeit mal eine Minute gönnen! (Die Arbeiterin hatte zwischen 1 und 4 Minuten in 9 aufeinanderfolgenden Tagen verspätet begonnen zu arbeiten und daraufhin Abmahnungen kassiert.) Eine deutsche Ordnungsanstalt namens Gewerkschaft steht dafür ein, daß die Ausbeutung glatt und korrekt abgewickelt werden kann. Irgendeine Art "Beschiß" der Arbeitgeber durch die Arbeitnehmer ist mit ihr nicht zu machen. Umgekehrt ist mit ihr alles möglich, vorausgesetzt, sie darf die Wünsche des hochgeschätzten Tarifpartners mit unterschreiben – einleuchten tun sie ihr sowieso. (29.06.09)

Der DGB ganz dicke im Geschäft mit den Mächtigen der Welt!
Folgendes liest man beim aufprotzenden Deutschen Gewerkschaftsbund:
Der DGB-Vorsitzende und IGB-Vizepräsident Michael Sommer wird zusammen mit seinen Kollegen aus den G20-Staaten zahlreiche politische Gespräche zur Vorbereitung des Gipfeltreffens am 2. April in London führen. Am 29. März treffen die Gewerkschaftsführer in Rom mit den Arbeitsministern aus den G8- und G14-Staaten zusammen. Am 30. März wird Michael Sommer in Begleitung des Generalsekretärs des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), Guy Ryder und des EGB-Vorsitzenden John Monks, in Berlin von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück empfangen. Schließlich gibt es ein Treffen der Gewerkschaftsvorsitzenden der G20-Länder am 31. März und 1. April in London unmittelbar vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs. Neben interner Vorbereitung und bilateralen Gesprächen mit den Delegationen der Teilnehmerländer ist dabei auch ein Treffen mit dem Gastgeber, Großbritanniens Premierminister Gordon Brown (31. März 15:00 bis 16:30 Uhr), vorgesehen.
Auf Grundlage ihrer Londoner G20-Erklärung werden Michael Sommer und seine Kollegen die Gelegenheiten nutzen und in den Gesprächen darauf drängen, eine neue und verbindliche Wirtschafts- und Finanzordnung zu installieren, die eine Wiederholung der aktuellen globalen Krise verhindert und künftig ein nachhaltiges, Klima schonendes Wachstum mit dem vorrangigen Ziel der Schaffung von Arbeitsplätzen und besserer sozialer Sicherheit weltweit ermöglicht.
Gefordert werden u.a. auch eine Verstaatlichung insolventer Banken sowie eine lückenlose Regulierung und Überwachung von Finanzprodukten sowie des Finanzsystems;
Maßnahmen zur Bekämpfung einer drohenden Lohndeflation und der zunehmenden Einkommensungleichheit;
eine weitreichende und ehrgeizige internationale Klimaschutzvereinbarung und neue rechtliche Rahmenbedingungen für internationale Institutionen wie IAO, IWF, WTO und OECD. Den ganzen Text der Londoner G20-Erklärung von IGB und Global Unions finden sie unter www.dgb.de.
Zu all diesen Terminen besteht für Sie die Möglichkeit, Gesprächsanfragen an Michael Sommer zu richten. Dies gilt insbesondere auch für die Gespräche in London. Im Anschluß an das Treffen mit Bundesminister Steinbrück am 30.3. in Berlin um ca. 17.30 Uhr steht Michael Sommer für eine erste kurze Bewertung zur Verfügung.
Es ist klar wie Kloßbrühe, daß dieser Verein nicht auf die Lohnarbeiter setzt, sondern einzig darauf, daß er von den Mächtigen der Welt anerkannt wird. Mit dieser Anerkennung versucht er, sich wichtig zu machen. Und wehe, er wird nicht so anerkannt, wie er möchte, dann quengelt er aber los über die Versager, die Kurzsichtigen und all die, die er eh nicht leiden kann, weil sie gar nicht einsehen, in Anzüge gehüllte "Arbeitnehmervertreter" anhören zu müssen. In der Krise wäre – so der DGB, ohne es extra betonen zu müssen – ein Lohnstreik sowieso völlig kontraproduktiv, das wissen jene auch, und sie wissen auch, daß der DGB vaterlandstreu ergeben das genau so sieht. Fragt sich dann nur, warum sie die Gewerkschaften dann doch noch am Rande ihrer Veranstaltungen überhaupt anhören. Das betrifft ihre nützliche Funktion dahingehend, dem Proletariat viel authentischer erklären zu können – dieses Zugeständnis macht man ihnen gerne -, daß es eh nichts anderes geben kann als Lohnverzicht, kürzerzutreten, zu kuschen und weiterzurudern, damit alles auch irgendwann mal wieder besser wird. Gut nur für die Gewerkschaften, daß ihre Lüge, es gäbe zu ihnen für Arbeitnehmer keine Alternative, von denen nach wie vor gerne geglaubt wird, mitunter sogar wider besseres Wissen.
Sicherlich hat sich niemand gewünscht, neben Staat und Kapital auch noch die Gewerkschaften kritisieren zu müssen. Aber die wollen es ja nicht anders. Die stehen lieber pomadig und feige auf der anderen Seite, eben auf der von Staat und Kapital und zwar ohne Wenn & Aber. (29.03.09)

Gewerkschaften, Arbeitskämpfe, Tarifverträge in den GegenStandpunkt-Ausgaben:
2-1992     74     Klein »v« in Deutschland
2-1993     07     Tarifrunde '93: Die Anpassung der Lohnfrage an den Standort Deutschland, das »historisch-moralische Element« von "v", der Streit um die Neubestimmung des Tarifwesens
2-1993     26     »Der Kampf um Arbeitsplätze«: Das logische Ende eines Gewerkschaftsschlagers: "Kampf gegen Massenentlassungen", Beispiel Rheinhausen – mit Entlassungen den Standort retten, Wirtschaftsimperialismus als Beschäftigungsprogramm, u.a.
3-1993     49     Die Bergarbeiter aus Bischofferode: Hungern für einen Standort in Deutschland
4-1993     91     Das neue Arbeitszeitmodell von VW: Zuviel Kapital – weniger Arbeit – mehr Armut
4-1993     107    Gewerkschaftspolitik ’93: Bettelei um Beschäftigung
3-1994     86     Der Beitrag der Gewerkschaft zum nationalen Fortschritt: Wie die Lohnarbeit von der sozialen Frage befreit wird
1-1995     65     Alltag im Klassenstaat (Teil I) Die Erledigung der sozialen Frage heute
2-1995     39     Tarifrunde 1995 – Kampf um Tarifpartnerschaft    
3-1995     87     Alltag im Klassenstaat (Teil II)
4-1995     16     Arbeitszeitkonten und feste Monatslöhne: Lohnform Arbeitsplatz: Subsumption der Arbeitszeit unter die Bedürfnisse des Kapitalumschlags
1/2-1996  111    Alltag im Klassenstaat (Teil III) Die Entdeckung des nationalen Lohnniveaus als Konkurrenznachteil des deutschen Standorts und die sozialen Maßnahmen seiner Sanierung: Politische Krisenbewältigung       
3-1996     03     DGB-Demonstration "Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit" in Bonn
4-1996     03     Reformen im sozialen Kassenwesen; Streit um Lohnfortzahlung
2-1997     67     Zu den Arbeiterprotesten des Frühjahrs (Steinkohlebergbau, Fusion Thyssen-Krupp)    
3-1997     12     Chronik (3) Fortschritte der Gewerkschaft: Von der "Gegenmacht gegen Unternehmerwillkür" zur "Modernisierung des Flächentarifs"
3-1997     38     Chronik (16) Luxusklasse bei VW: Das Alters-Teilzeitmodell – maßstabssetzender "Generationenvertrag" zwischen Gewerkschaft und Kapital
3-1997     46     Chronik (19) Krise der Bauwirtschaft im Osten: IG Bau im Rettungseinsatz für den Flächentarifvertrag
4-1997     177    Herbstoffensive der Gewerkschaften: Für eine gerechte Aufteilung von Arbeit und Lohn auf die Beschäftigten und Nichtbeschäftigten
1-1998     33     Chronik (7)  Kämpferische Arbeiterbewegung heute: Wir lassen uns den Lohnverzicht nicht verbieten!
1-1998     84     Chronik (21) Die letzte Funktion des Lohns: Lohn zahlt Investition – die Belegschaft verdient sich ihren Standort durch Lohnverzicht
2-1998     43     Chronik (15) Tarifabschluß im Öffentlichen Dienst
3-1998     86     Chronik (21) Der Kombilohn
4-1998     73     Chronik (16) Alles im Dienste deutscher Arbeitsplätze! Gewerkschaftliche Bekenntnisse zu den kapitalistischen Erfordernissen des Standorts Deutschland       
4-1998     84     Chronik (18) Billig und kaufkräftig – Erste Lohnleitlinien von der neuen Regierung
1-1999     16     Chronik (3) Das Bündnis für Arbeit
2-1999     12     Chronik (2)  Tarifrunde 1999: Lohnfindung in sozial-freundlichem Klima – Gewerkschaft im Aufwind  
2-1999     17     Chronik (4) Niedriglohnsektor, Lohnleitlinien, Ausbildungsplatzversprechen usw.; Das Bündnis für Arbeit kommt voran
2-1999     58     Chronik (16) Neue Manteltarife für die Klinikbeschäftigten zur Gegenfinanzierung der Krankenhausdefizite – Eine vorwärtsweisende Etappe im Kampf um die politische Senkung des Lohnniveaus
3-1999     21     Chronik (5) Die neuen Gesetze zur Scheinselbständigkeit und 630-Mark-Jobs: Moderne Tagelöhnerei, sozialstaatlich betreut
4-1999     51     Viele Probleme, große Projekte, eine Strategie: Die Nation senkt ihr Lohnniveau
1-2000     05     Chronik (1)  VW-Experiment: "5000 neue Jobs ohne feste Arbeitszeit"
2-2000     37     Chronik (8) Aus unserer Reihe: Lohnsenkung – jede Woche eine gute Tat – Tarifrunde 2000: Das 'Bündnis für Arbeit' erfüllt seinen Zweck
3-2000     14     Chronik (3) Ein zeitgemäßes Angebot der Gewerkschaften: Freie Arbeitszeiten für die IT-Branche
3-2000     22     Chronik (5) Böser Schnitzer der ÖTV: Diesmal nur knapp am Streik vorbei!
4-2000     75     Chronik (13) Arbeitszeiten nach Maß des Kapitals: Gleitzeitabkommen, "Vertrauensarbeitszeit", Leiharbeit und Flexipools, Neuregelung des Beschäftigungsförderungsgesetz
1-2001     05     Chronik (1) Größer, moderner und erfolgreicher mit ver.di: Die gewerkschaftliche Antwort auf die Herausforderungen der ,neuen Arbeitswelt': Fusionieren und sich umstellen!
1-2001     66     Chronik (13) Zur Reform des Betriebsverfassungsgesetzes: Stärkung der Betriebsratsrechte zwecks Standortvorteil "sozialer Friede" in den deutschen Betrieben
2-2001     99     Chronik (19) Zum Kampftag der Arbeiterklasse: Love-Parade für Jobs
3-2001     75     Lohnform "variables Kapital" oder: Die Wahrheit über den Lohn als Prinzip seiner Bezahlung (VW erfindet das Entgelt-"Modell 5000 x 5000")
4-2001     34     Chronik (8) Die IG Metall bereitet ihre nächsten Tarifrunden vor: Sie verbindet kurzfristigen Lohnverzicht mit einer langfristigen Neudefinition von "Lohngerechtigkeit"
1-2002     25     Chronik (6) "Die härteste Tarifauseinandersetzung der letzten Jahre" – ganz im Zeichen der Krise: Die IG Metall entdeckt die leeren Taschen der Arbeitnehmer als "Konjunkturrisiko"
2-2002     75       Rationalisierung und Lohn 2002: Wie das Kapital mit "Flexibilisierungen" seinen Ertrag aus der Lohnarbeit steigert
2-2002     91       Standortsicherung beim Autobauer Opel: Lohnverzicht und Entlassungen für die Sanierung des Unternehmens!
2-2002     57      Chronik (10) Tarifabschluß der Metallbranche
3-2002     75       Der "große Wurf" der Hartz-Kommission
2-2003     19       Chronik (3) Tarifverträge für Leiharbeit
1-2004     121    Neue Sitten in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie: "Ein Schluck aus der Pulle" – diesmal für die Arbeitgeber
2-2004     26       Lohnsenkung aktuell: Neugestaltung des Tarifrechts im Öffentlichen Dienst und Baugewerkschaft fordert Lohnerhöhung für Bauunternehmer
3-2004     89       Lohnsenkung, Mehrarbeit, Job-Center und Alg II sanieren den Krisen-Standort Deutschland    
4-2004     18       Chronik (3)  Der Streit um den Mindestlohn
4-2004     24       Chronik (6)  Die Sanierungsfälle Opel, VW, Karstadt
4-2004     49       Chronik (12) Aufruhr bei Opel/Bochum, Warnstreiks bei VW: Radikale Kompromißbereitschaft gegen die Kompromißlosigkeit des Kapitals
1-2005     05       Chronik (1) Der Streit um die Mitbestimmung      
3-2005     44       Chronik (11) Bundestagswahl 2005: Die gewerkschaftliche Wahlprüfung 2005 findet heraus: Das Vertrauen der Arbeiter gehört den staatstragenden Parteien
4-2005     11       Chronik (2) Gewerkschaft und Öffentlichkeit decken auf: "Zustände wie im Kapitalismus" bei Aldi, Lidl, Schlecker & Co.  
1-2006     10       Chronik (2) Das Ende der Arbeitsplatz sichernden Vereinbarungen bei Continental, Werkschließung bei AEG – Das Gut namens "Arbeitsplatz"
1-2006     25       Chronik (6) Streiks bei AEG und im Öffentlichen Dienst; Sorgen der Nation: Droht ein "Klimawechsel in Deutschland"?
2-2006     17       Chronik (4) Verdistreik und Metallerabschluß: Die Gewerkschaft kämpft um ihren Status als Tarifpartner – mit der Preisgabe ihrer Tarifmacht
3-2006     11       Chronik (3) "Produktivitätsoffensive" bei VW mit unbezahlter Mehrarbeit und Entlassungen!
2-2007     49       Vom staatsgefährdenden Klassenkampf zum gewerkschaftlichen Ritual: Die Lohnfrage einst und heute (Teil 1), u.a. Maibotschaft des DGB, der Fall Telekom, Jobwunder Zeitarbeit, ERA (Metallbranche), chemische Industrie, Metall-Tarifabschluß, Baugewerbe (Rettung des Flächentarifs)
3-2007     101    Vom staatsgefährdenden Klassenkampf zum gewerkschaftlichen Ritual: Die Lohnfrage einst und heute (Teil 2), u.a. Telekom, Baubranche, Lokführer
3-2007     17       Chronik (5) Noch nein Fall von "arm trotz Arbeit": Die 'Generation Praktikum'
4-2007     19       Chronik (4) Ein Dauerbrenner in der öffentlichen Auseinandersetzung: Der Mindestlohn
1-2008     07       Chronik (2) VW-Betriebsrat gegen Porsche-Betriebsrat: Arbeiterkämpfe wie Unternehmer sie mögen: Für Produktivität in der Fabrik und Gerechtigkeit im Aufsichtsrat
1-2008     14       Chronik (4) Mindestlohn vs. Managergehälter – nationale Besinnung über soziale Gerechtigkeit
1-2008     20       Chronik (5) Worum es in der Tarifauseinandersetzung im Einzelhandel geht: Ganz normale Ausbeutung
1-2008     30       Chronik (7) Massentlassungen bei BMW
1-2008     39       Chronik (9) Nokia schließt die Handy-Fabrik in Bochum; Massenentlassungen
2-2008     13       Chronik (3) Der Streit um eine gesetzliche Untergrenze für Niedriglöhne: Ein Schutz gegen Ausbeutung – der Sozialkassen!
3-2008     111    Das "Entgelttarifabkommen" (ERA) – ein neuer Manteltarifvertrag für die Metallindustrie     

Ausland:
4-1997     82       Chronik (23) Fernfahrerstreik in Frankreich: Europa rollt wieder
4-1998     55       Chronik (11) Nationaler Protesttag in Rußland: Ein einziger Ruf nach Staat
1-1999     20       Chronik (16) Bergarbeiter-Streik und -Protestmarsch in Petroşani/Rumänien
2-1999     73       Chronik (5) "Union-busting" – Ein modernes Dienstleistungsunternehmen bereinigt die letzten Reste gewerkschaftlicher Umtriebigkeit
2-2000     05       Chronik (1)  35-Stunden-Woche auf französisch: Flexibel ins neue Jahrhundert
1-2001     41       Chronik (8)  Lohnkampf der polnischen Krankenschwestern
4-2001     11       Chronik (2) Der Streik bei VW in Mexiko – eine kleine Lektion in Sachen Globalisierung
2-2002     21       Chronik (4) Großdemonstrationen und Generalstreik in Italien – Ein gewerkschaftlich organisierter Massenprotest bestreitet der Regierung ihre Legitimation
1-2003     10       Chronik (2) Arbeitskämpfe französischer LKW-Fahrer, englischer Feuerwehrleute, deutscher Staatsangestellter
2-2006     05       Chronik (1) Frankreich: Proteste gegen den "Vertrag zur Ersteinstellung" (CPE)
4-2006     12       Chronik (3)  Die Ford AG investiert ins Humankapital: Verschleiß ganzheitlich
2-2008     42       Chronik (9) Lohnstreik bei Dacia-Renault in Mioveni/Rumänien: Rumänische Billigarbeitskräfte mißverstehen die globalisierte Marktwirtschaft
2-2008     56       Chronik (13) Lohnstreik auf amerikanisch: Das Autokapital beseitigt sozialen Ballast

Die gewaltige Frechheit des obersten deutschen Gewerkschaftsführers
DGB-Boß Sommer hat folgendes erklärt: "Es droht der erste Winter seit langem zu werden, in dem zehntausende Deutsche frieren müssen." (dpa-Meldung v. 28.07.08, wiedergegeben in ziemlich allen deutschen Tageszeitungen)
1. Man muß Herrn Sommer dafür danken, daß sein Bund dazu einen maßgeblichen Beitrag geleistet hat, indem seine Mitgliedsgewerkschaften immerzu Lohnniveaus mit Rücksicht auf "unsere" arme Wirtschaft abgeschlossen haben. Das gilt auch für die Arbeitszeiten: Die 35-Stunden-Woche, die seinerzeit Arbeitslosen zu einem, wenn auch noch so trostlosem Beschäftigungsverhältnis verhelfen sollte, ist längst ad acta gelegt. [Eklatantes Beispiel: „Die monatliche Regelarbeitszeit kann auf bis zu 264 Stunden ausgedehnt werden, ab dem 1.Oktober 2010 jedoch nur noch auf 248.“, so der von verdi unterzeichnete Manteltarifvertrag für das Wach- und Sicherheitsgewerbe für die Bundesrepublik Deutschland] Oder will der DGB etwa darauf hinaus, daß, wer eh dauernd im Betrieb ist, zuhause keine Heizung braucht?
Sommer jedenfalls, der auch im Sommer Schlips trägt, braucht deshalb im Winter ebensowenig zu frieren wie die Vertreter des Kapitals.
2. Natürlich ist es ein bißchen blöd, daß viele jetzt auch kein Geld mehr für die Gewerkschaften übrig haben, es sei denn, ihnen sind verrückterweise diese dicken Funktionärsvereine wichtiger als ein warmes Zuhause.
3. Auf die Leute – das wollte Sommer wohl auch noch mal extra betont haben -, die nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügen, ist eh und jetzt erst recht geschissen.
Fazit: Es wird höchste Zeit, daß es für Herrn Sommer endlich Winter wird! (30.07.08)

blueteproletariatDas Proletariat  von Peter Decker und Konrad Hecker

Politisch emanzipiert • Sozial diszipliniert • Global ausgenutzt • Nationalistisch verdorben

Die große Karriere der lohnarbeitenden Klasse kommt an ihr gerechtes Ende
Vorwort
Aufstieg und Niedergang der lohnabhängigen Klasse:
• Vom rebellischen Vierten Stand
• über eine Gewerkschaftsbewegung und einige Arbeiterparteien
• zur politischen Emanzipation,
• zur modernen Organisation nützlicher Armut
• zur selbstbewußten Anpassung an den Reformbedarf von Nation und Kapital

288 Seiten • ISBN 3-929211-05-X • 20,- € • GegenStandpunkt Verlag • 2002

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