koka

Karl Marx
DAS KAPITAL

Lesekreis in Augsburg

Heute gibt es so gut wie keinen Staat mehr, der nicht zur Vernunft gekommen wäre, der sich nicht einer kapitalistischen Staatsräson bedienen würde (nicht einmal die Kommunistische Partei Chinas verschließt sich einer solchen!): Denn die vom Staat gewährte Freiheit privaten Eigentums — an Kapital! Das versteht sich, liest man Grundgesetz und Menschenrechtserklärung, offenbar von selber! — verspricht ihm die Erträge abzuwerfen, die er für seine Behauptung und den Aufstieg innerhalb einer weltweiten Konkurrenz von Nationalstaaten nötig hat. Dafür, daß ihm seine Wirtschaft die ökonomischen Machtmittel verschafft, setzt er sie als eine »freie« Wirtschaft ins Recht. In der Konkurrenz freier Kapitale obsiegen allenthalben die erfolgreichen, also die, welche am meisten Profit erwirtschaften; dieses Prinzip soll einem jeden Staat, einem »ideellen Gesamtkapitalisten«, wie Marx einen solchen diesbezüglich nennt, sehr zum Nutzen gereichen.

kefaleo_2Doch woher rührt nun dieser Erfolg einer »freien Wirtschaft«? Worin liegt nun das Geheimnis jener wundersamen Geldvermehrung, die sich ein jedes Kapital als seine Berufung zur Aufgabe gemacht hat? Das hat Marx — ganz im Gegensatz zu denen, die sich heute als Wissenschaftler verstehen! — interessiert. Im Gegensatz zu jenen hat er darüber hinaus nicht den Stand der Forschung in dieser Sache ignoriert. Er hat die seinerzeitigen Wirtschaftstheoretiker, welche eben dieser Frage nachgegangen sind, auf die Richtigkeit und Falschheit ihrer Überlegungen untersucht. Darüber ist er der Sache auf den Grund gekommen. 
Für ihn war eine allgemeine Krise des Kapitals sodann kein Geheimnis. Konsequenterweise hing er nicht der haltlosen Behauptung an, eine solche Krise ließe sich, träfe man nur entsprechende Vorkehrungen, verhindern. Als der Bankrott der Investmentbank Lehman Brothers eine neue weltweite Krise des Kapitals einläutete, entsannen sich einige Journalisten, daß Marx exemplarisch von Krisen geredet habe: Müssen denn Krisen so charakteristisch für die kapitalistische Wirtschaft sein, wie von Marx behauptet?, fragten sie im Handelsblatt, in der taz, in der FAZ und all den anderen so seriös sich gebenden Blättern, die obendrein stets mit der Erwähnung eines »großen Geistes« glänzen wollen.
Freilich, Marx hat das ja nicht bloß behauptet, er hat es bewiesen. Doch diesen Beweis wollten und wollen die Protagonisten des Kapitalismus nicht gelten lassen. So war der Rekurs auf Marx allein dem Ansinnen geschuldet, so weiterzumachen wie bisher; denn was von Staats und Kapital wegen nicht sein darf, kann auch nicht die Wahrheit sein! —

Allerdings geht dieses geile Programm nicht ohne Kosten ab. Deshalb empfiehlt es sich für diejenigen, die diese Kosten allenthalben aufgebürdet bekommen und zu tragen haben, sich über die herrschende Rechnungsweise klar zu werden. Dazu ist Marx‘ »Kapital« hilfreich, ja unentbehrlich.
Marx war sich — schon damals! — darüber im klaren, daß sich die »kleinen Leute« am ehesten über die »ungeheure Warensammlung« täuschen. Als solche wird ihnen der Reichtum kapitalistischer Gesellschaften vorstellig. Heutzutage als shopping people unterwegs zu sein, gilt ihnen außerhalb der Zeit, in dem kapitalistische Betriebe sie in Dienst genommen haben, als das Allerhöchste!
Daher beginnt Marx seine Untersuchung so: »Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ungeheure Warensammlung, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware.« (MEW Band 23, S. 49)

Der neue Kapital-Lesekreis beginnt in Augsburg im Januar 2016.
Wirklich Interessierte melden sich an über www.kapital-lesen.com
oder direkt unter der e-mail-Adresse: info@koka-augsburg.com
Alle weiteren Informationen dann per e-mail.
(10.12.15) 

bluete