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Ein Anschlag nicht auf, sondern in Nigeria

 

 

1. Ideologisch rechtfertigten die USA die militärische Maßnahme damit, daß islamische Terroristen, insbesondere der berüchtigte Ableger des »Islamischen Staates« in Afrika, die Boko Haram, wahllos Christen ermorden.
2. Die Maßnahme wurde in Absprache mit der nigerianischen Regierung mit Präsident Bola Ahmed Tinubu an der Spitze getroffen.
3. Die Maßnahme wurde in der vergleichsweise dünnbesiedelten Nordwest-Provinz Sokoto durchgeführt. Diese gehört (so gut wie) nicht zum Wirkungsbereich der Boko Haram.
4. Über die Opfer unter Terroristen und/oder Zivilisten wurde weder von seiten Nigerias noch von seiten der USA etwas bekannt gegeben noch wurden gar Beweise offengelegt. Die USA verkündeten nur, sie hätten Terroristen ausgeschaltet und die Aktion sei somit ein voller Erfolg gewesen.
Was veröffentlicht wurde, war im nachhinein lediglich, daß ein Hotelbesitzer sich beklagt habe, drei seiner Angestellten seien von herumfliegenden Raketenteilen verletzt worden. 
5. Man kann davon ausgehen, daß die nigerianische Regierung den USA den Zielort nahegelegt hat, um die Opferzahl gering zu halten. Ebenso sollte über die Opfer nichts Konkretes bekannt werden.
6. Am gleichen Weihnachtstag, als die USA den Christen dieses großzügige Geschenk machten, kam es in der im Nordosten gelegenen Provinzhauptstadt Maiduguri zu einem Anschlag auf eine Moschee, bei dem mindesten fünf Personen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden sind.

 

Fazit: Nigeria ist alle Regierungswechsel überdauernd seit Jahren ein verläßlicher Partner der imperialistischen Staaten (und gerade der amtierende Präsident Tinubu hat langjährige gute Beziehungen zu den USA; unter seiner Herrschaft in der Provinz Lagos wurden vor 30 bis 40 Jahren Gelder aus dem Heroinhandel auf US-Konten gewaschen. Über die Niederschlagung dieses den USA nicht in den Kram passenden Skandals – die USA wissen sich ja seit Jahr und Tag der Drogenbekämpfung zutiefst verpflichtet – berichtete sogar die deutsche tagesschau unter dem Titel »Der Pate von Lagos« bei dessen Amtseinführung als Staatspräsident 2023).
Sie, die imperialistischen Staaten, dürfen ihr Öl aus den Quellen des Nigerdeltas abholen, die vom nigerianischen Militär bewacht werden. An der Bereicherung beteiligen sich Konzerne wie Shell (GB), Chevron (USA), TotalEnergies (Frankreich) und ENI (Italien). Im sonstigen Land mit einer Bevölkerung von über 200 Millionen grassiert Armut pur. Diese ist der perfekte Boden für Gewalt. 
Natürlich scheißt sich der »freie Westen« einen Kehricht darum, die Armut zu bekämpfen. Das, was er zu bieten hat, ist das In-Schach-Halten dieser Armut, die Kontrolle mit Waffengewalt. Dafür wird die örtliche Regierung auch kreditiert. (Regierungen, die es anders halten, werden sanktioniert, siehe Venezuela.) Besonders spitzfindige Intellektuelle haben schon vor Jahren herausgefunden, daß Nigeria einseitig von Erdöl (80% der Staatseinnahmen) abhängig ist und eine »Diversifizierung« nötig sei. Dabei haben sie natürlich keineswegs an die Bedürfnisse der dortigen Bevölkerung gedacht, sondern daran, was zum einen dem dortigen Staat zusätzliche Devisen einbringen – um weiterhin verschuldungsfähig zu bleiben – und zum anderen »uns« nützen könnte. Außer Palmöl ist ihnen da nicht viel eingefallen.

Der Blick der USA war freilich weniger auf seinen Vasallen in Abuja gerichtet, vielmehr auf die Weltlage: Nigeria soll ja nicht wie Südafrika, Äthiopien und Ägypten ins Lager der BRICS-Staaten abdriften, sich also dem imperialistischen Zugriff zu entziehen hoffen!
 

24.01.2026 © Kommunikation & Kaffee Augsburg
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